Exkursion nach Wolfwil (7. Aug. 2015)

Was hat der Natur- und Vogelschutzverein Schöftland in Wolfwil zu suchen?

 

Es gibt mindestens 2 Gründe für die Schöftler nach Wolfwil zu reisen:

1.

Christian Kühni ist ein versierter Kenner der Natur, ein seit Jahrzehnte vernetzter Wolfwiler und ein begnadeter Erzähler. Er kennt unser Vorstandsmitglied M. Widmer: Damit wären eigentlich schon genügend Gründe genannt!

2.

Wolfwil weist viele sehr interessante Naturschutzobjekte auf: Die Aare und ihr Ufer und die grossen Wälder. Wolfwil liegt innerhalb des "Smaragd"- Gebietes Oberaargau.

Smaragd: Internationale Übereinkunft über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume.

Auch aus diesem Grund lohnt sich eine Fahrt nach Wolfwil.


Hinweise:

Die meisten Naturobjekte, Begriffe und Strukturen sind im Internet dokumentiert. Deshalb verzichte ich auf deren Erläuterung.

Zu den Bildern:

Bilder mit der Bezeichnung (ckw) stammen von Christian Kühni, Wolfwil, die andern haben wir selber geknipst (NVVS). Alle stehen zur Weiterverwendung zur Verfügung, mit Angaben zu den Fotografen.


Ursprünglich wollte uns Christian Kühni die Edelkrebse im Weiher am Waldrandweg 7 / Posten 22 beim Wolfwiler Waldbiotop zeigen. Dort versickert der kurze Aglismattbach, der keine oberirdische Verbindung zu andern Fliessgewässern aufweist, er ist "isoliert".

Die dort ausgesetzten Krebsarten wären dadurch eigentlich vor den mit Krebspest verseuchten, amerikanischen Krebsen geschützt . Diese tragen einen Fadenpilz, gegen den sie selbst resistent sind und verseuchen damit sei 1880 fast alle öffentlichen Gewässer. Leider infizieren sich die drei einheimischen Krebsarten (Edelkrebs, Dohlenkrebs und Steinkrebs).

Offenbar haben vermutlich Enten oder Graureiher ca. 3 Wochen vor unserem Besuch die Seuche in das geschützte Gewässer getragen.

Sämtliche vorhandenen Edelkrebse sind daran elendiglich zugrunde gegangen. Erst nach einem Jahr kann wieder eine neue Population aufgebaut werden.



Christian Kühni zeigte uns einen Teil des Waldwanderweges, hier die Station 19.

Wir wanderten Richtung Süden und Osten bis zur Brätlistelle, ein lauschiger Ort an der Aare:

Als Folge der Trockenheit herrschte Feuerungsverbot und wir assen  "nur Kaltes" zum Znacht, für die körperliche Abkühlung stand der Fluss zur Verfügung.

Nach der Verpflegung zeigte und berichtete uns Christian Kühni Interessantes:

Bilder über den Biber von Wolfwil, Bilder über die verschiedenen Krebse, Informationen zu den Tümpeln, den Libellen, dem "Smaragd-Gebiet" - wir vergassen die Hitze!

Christian Kühni konnte uns im Dorfbach 2 Exemplare der geretteten Dohlenkrebse und des Edelkrebses zeigen, er hat sie eigens dafür in der Nacht gefangen (Bilder) und nach unserem Besuch wieder an ihren "Stammplatz" freigesetzt.

Krebse sind nicht sehr bekannt, weil sie nachtaktiv sind und damit meistens kaum gesehen werden.

Alle 4 Bilder: CKW

oben: Dohlenkrebs von oben und unten

unten: Edelkrebs von oben und unten

Die längs des linken Aareufers gelegenen Weihern, deren Wasserspiegel mit demjenigen der Aare korrespondiert, sind zurzeit fast ausgetrocknet.  Diese Tümpel mit ihren schwankenden Wasserständen sind sehr wichtig für die Entwicklung der Amphibien.


Ein weiterer "Längsweiher", zur Zeit am Vertrocknen.

In Wolfwil wurden verschiedene Gebiete künstlich naturnah gestaltet, sodass z.B. der Glögglifrosch (Geburtshelferkröte) seinen Lebensraum findet.


Nach der Erholungs- und Stärkungspause gings längs der Aare unter dem Mattenhof Richtung Dorf Wolfwil: Darüber könnte man auch einige Seiten berichten! Hier ein Bild von der Wahlfahrtskirche.

Es gäbe noch über vieles zu berichten! Christian Kühni hat uns mit interessanten Informationen über die Natur im Kleinen und in der Region bedient, wir haben auch festgestellt, dass er über die Geschichte und Kulturen in Wolfwil bestens im Bild ist - der Abend war kurz und kurzweilig - herzlichen Dank dafür, auch im Namen des Vereins!

Nebenbei: Ich kann den Waldwanderweg mit seinen Info-Tafeln sehr empfehlen!

Ed. Jakob

Nachtrag vom 12.06.2016

In der Sonntagszeitung vom 12.06.2016 konnte man folgenden Artikel lesen:

Nachtrag vom 19.07.2016: Krebse im Suhrental

Nach einem Zeitungsbericht (Blättli) vom 19.07.2016:

 

Kontakt:

Telefon 062 721 47 45

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